11 Mai, 2013

Hier! Ich!

Werbestrategien für kleine und mittelständige Unternehmen

In meiner ersten Marketing-Vorlesung haben wir auf Youtube Werbespots von Großkonzernen angeschaut. Seitdem bin ich nicht mehr in diese Vorlesung gegangen. Clips gucken konnte ich auch zu Hause und für die Praxis fand ich das kaum relevant. Schließlich gehören 99,7% der Unternehmen zu den kleinen und mittelständischen Unternehmen für die eine millionenschwere Anzeigenkampagne selten in Frage kommt.

Massenwerbung ist herausgeschmissenes Geld, so die Grundthese des Buches "Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0" von David Meerman Scott. Werbung wird aufgrund der Allgegenwärtigkeit von Plakaten, Spots und Bannern vom potentiellen Kunden kaum noch wahrgenommen. Und wenn doch, ist sie in den seltensten Fällen genau in diesem Moment für den Kunden relevant. Als Alternative schlägt Scott vor, sich z.B. durch Blog- und Forenbeiträge einen Expertenstatus im Internet aufzubauen. Dabei sollen nicht die eigenen Produkte sondern die Probleme des Kunden und deren Lösungen im Vordergrund stehen. Hat der Kunde Bedarf, wird man somit einfach gefunden.

Anhand zahlreicher Beispiele, die von Fahrradherstellern, Weinregal-Verkäufern oder Rock-Bands handeln, versucht Scott zu vermitteln, wie man interessante, zielgruppenspezifische Inhalte erstellt und wie man im Netz auftreten sollte. Produktbeschreibungen seien aufgrund er vielen Hype-Begriffe unleserlich und gehen nicht auf den Kunden ein. Die Webseite eines Unternehmens sei heute vor allem Selbstdarstellung. Man sollte den Kunden stattdessen direkt ansprechen. In einem eigenen Bereich auf der Website kann man einem bestimmten Kundentyp z.B. gezielt Lösungsvorschläge für ein konkretes Problem machen. Auch die direkte Kommunikation über die Kommentarfunktion eines Unternehmens-Blogs ist denkbar.

Scott ist der Meinung, dass ganze Marketing-Abteilungen heute damit beschäftigt wären, wie Schießhunde auf die Einhaltung des Corporate Designs zu achten und teure Kampagnen zu planen. Die Ziele des Unternehmens zu erreichen sei Nebensache, wenn man an den Klickraten auf der Webseite und nicht am Umsatz gemessen wird. Marketer sollten sich häufiger die Frage stellen, wie ihr Kunde aussieht, welche Probleme er hat und wie sie ihn erreichen können. Dazu müssen sie lernen, wie der Kunde denkt, welche Sprache er spricht und welche Medien er nutzt. Eigentlich alles Sachen, die selbstverständlich sein sollten, scheinbar aber in Vergessenheit geraten sind.

Zum Thema Pressearbeit erklärt Scott, dass Journalisten sich ihre Themen gern selbst im Netz suchen. Versendet man unaufgefordert Pressemitteilungen, gilt man als Spammer. Stattdessen sollte man durch gute Inhalte versuchen, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ein öffentlicher Pressebereich mit vielen Hintergrundinformationen und guten Bildern erleichtert den Redakteuren die Recherche. Ist ein Journalist interessiert, sollte man ihm z.B. einen RSS-Feed anbieten, damit er den Neuigkeiten des Unternehmens folgen kann. Auch Portale wie OpenPR, Technorati und heute Facebook und Google+ sind dazu geeignet. Mit Journalisten meint Scott nicht nur professionelle Zeitungsredakteure. Auch Blogger interessieren sich für diese Informationen und sollten Zugang zur "geheimen Medien-Ecke" bekommen. Möchte man dennoch aktiv auf Redakteure zugehen, empfiehlt Scott eine sehr persönliche E-Mail. Man sollte die Artikel des Journalisten gelesen haben und darauf Bezug nehmen. Bei Bloggern kann man auch einfach einen Kommentar unter dem jeweiligen Artikel hinterlassen.

Zusammengefasst möchte Scott, dass die Kommunikation mit dem Kunden gezielter wird. Durch nützliche Inhalte und einem direkten Draht zu Bloggern, Journalisten und Kunden kann man auch mit geringem Budget sehr einfach für sich werben. Außerdem wird man häufiger auf anderen Seiten verlinkt und landet somit auch in Suchmaschinen auf den vorderen Rängen. So gesehen ist Scotts Buch auch ein SEO-Ratgeber.

Gut gefallen haben mir die anschaulichen Beispiele und der verständliche Schreibstil. Man merkt, dass Scott weiß, wovon er spricht, denn er wendet es in seinem Buch auf jeder einzelnen Seite an. Manchmal hätte ich mir jedoch mehr Tiefgang gewünscht. Alles in Allem finde ich das Buch gelungen, zumal nicht schon wieder nur die Großkonzerne als Beispiel herangezogen werden. Die Ratschläge lassen sich auch im Kleinen einfach umsetzen und passen sich an das individuell Geld- und Zeitbudget an. Wer wie ich neu in das Thema einsteigen möchte, findet hiermit ein Buch, dass Lust auf's ausprobieren macht.

"Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0" in der SLUB
http://slubdd.de/katalog?libero_mab214385548

oder in einer Bibliothek in deiner Nähe
http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html?SB=9783826655371

... und einen Blog hat David Meerman Scott natürlich auch
http://www.webinknow.com/

PS: Fehlt dir die Kommentarfunktion? Schreib mir dein Feedback an blog (at) ralphborowski.de. Wenn ich Zeit hab, bau ich hier noch einen Spam-Filter ein und schalt die Kommentarfunktion des Blogs dann frei. Bis dahin freu ich mich auf deine Mail.

27 März, 2013

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Willkommen in meinem Blog. Ich bin als Autor genauso gespannt wie Sie als Leser, was auf dieser Seite passieren wird. Ich habe mir vorgenommen, auf dieser Seite über (Sach-)Bücher und Beiträge zum Thema IT und Programmierung zu bloggen. Wie lange ich das durchhalten werde? Keine Ahnung. Ob es sich lohnt, dieses Blog zu verfolgen? Wir werden es sehen. Das Spielfeld ist aufgebaut. Es kann losgehen.

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